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Fischer, Doms und Hanewacker ...

Behälter für KautabakKaum einer kennt heute noch die Namen, die vor dem 2. Weltkrieg in vieler Munde waren, und wenn ich Ende der 40er, Anfang 50er Jahre wieder einmal unseren alten Schneider Männel in seiner kleinen Wohnung bei “Theise Juppa” hinter Adams kleinem Häuschen besuchte, dann priemte er während der Arbeit genüsslich vor sich hin, schob einen undefinierbar, unansehnlich schwarzen Klumpen von einer Backentasche zur anderen und spuckte oder schluckte als Ergebnis dieses Genusses von Zeit zu Zeit eine dunkle Brühe. Seiner Frau, die aus mir unbekannten Gründen im Dorf allgemein als Pflastergritt bekannt war, behagte das gar nicht.

Jedenfalls durfte ich immer wieder für ein paar Groschen bei Arenze Trout Kautabak kaufen gehen. Hanewacker war seine Marke, und die fertig geschnittenen Kautabakstückchen waren seinerzeit in kleinen Pappschächtelchen verpackt. Als Zugabe hatte jedes ein spitzes Hölzchen. Damit angelte Herr Männel behutsam seinen Priem aus der Schachtel und vermied so den direkten Hautkontakt mit dieser doch nicht so angenehm riechenden, schwarz färbenden “Masse”.

Zwischen Backen und Kiefer geschoben lag nun das Stück Kautabak ruhig im Mund. Kauen war verpönt. Ihm als Kenner schmeckte es offensichtlich wunderbar und ein Priem soll anregend und durststillend gewirkt haben.
Meine mittlerweile 92 Jahre alte Tante weiß aus “ihrer Zeit”, dass fast alle priemten und die braune Brühe den älteren Bauern wie selbstverständlich durch die Zahnlücken an beiden Mundwinkeln am Kinn runter  lief und dunkle Spuren hinterließ. Es störte kaum jemanden.

Die Pappschächtelchen sind vergangen, aber die alten Portionsdöschen haben sich wie die robusten Kautabaktöpfe aus massiver Westerwälder Ware, aus denen anfangs die eingesoßten fertigen Kautabakstücke von der Theke weg verkauft  wurden, über die Jahre gehalten.

Hanewacker Doms Danskra

Pfeife

PfeifeGleich 2 Reservistenpfeifen hat Infanterist Kesseler aus Gevenich zur Erinnerung an seine Dienstzeit im fernen Trier 1895 bis 1897 zurück in die Eifel gebracht. Die wiederholte Parole “Heimath” zeigt wie die abschließende Zechszene seine Freude darüber, dass die endlos lange Zeit weit weg von Gevenich zu Ende war.

Fast rührend mutet - in dieser Darstellung sonst nicht bekannt - die schlichte Darstellung an die Arbeit im Zivilleben auf der Rückseite an, die Symbole des Tagelöhners.

PfeifeEinziges Zeichen der damals lebendigen nationalen Gesinnung stellt der eichenbekränzte Reichsadler des 25 Jahre jungen deutschen Reiches dar.

Als persönlich kostbare Erinnerungsstücke an einen einschneidenden Abschnitt im Leben wurden beide Reservistenpfeifen besonders pfleglich behandelt. Die Zeiten haben sich geändert.