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Alter Backes

Haus der Dorfgeschichte

Das Backhaus oder der Backes, die Gevenicher würden sagen "Baakes", hat sich sehr verändert. Beherbergt er doch jetzt neben dem eigentlichen Backofen seit April 2006 die Kath. öffentliche Bücherei und das Haus der Dorfgeschichte; und um dieses geht es hier. Was das ist und was es dort zu sehen gibt und wie es überhaupt dazu gekommen ist, lesen Sie hier:

Text in der Urkunde in LateinDas "Alte Backhaus" wurde kurz nach dem 2. Weltkrieg zusammen mit zwei anderen Backhäusern im Dorf errichtet, da das zentrale Backhaus im Dorfmittelpunkt der damals durchgeführten Straßenausbaumaßnahme weichen musste. Es diente neben seiner eigentlichen Zweckbestimmung im Obergeschoss auch kurzzeitig der Unterbringung einer Flüchtlingsfamilie.  Daran anschließend wurde es für einige Zeit von der Raiffeisenkasse Gevenich genutzt. 

lange herIn den Jahren 1972/73 hatte die Jugendgruppe hier eine Bleibe gefunden.

Nach deren Auflösung blieben die Räume zeitweise ungenuzt bevor die Schützenbruderschaft Gevenich an die Gemeinde herantrat, um das Gebäude auf der Grundlage eines Pachtvertrages zu übernehmen und für schießsportliche Zwecke zu nutzen.
Die Schützenbruderschaft baute dann in Eigenleistung den Gebäudeteil an, in dem sich heute ein Teil der Bücherei und das Haus der Dorfgeschichte befinden und nutzte ihn als Luftgewehrstand.

UmbauarbeitenMit dem Neubau der Schießanlage der Schützenbruderschaft im Ellerbachtal wurde der Luftgewehrstand dann aber ebenfalls in dieser neuen Schießanlage untergebracht. Da das Gebäude nun nicht mehr durch die Schützenbruderschaft genutzt wurde, war die Gemeinde gefordert, sich über eine entsprechende Folgenutzung Gedanken zu machen. Dies war aufgrund der baulichen Situation nicht unbedingt einfach, aber dennoch herrschte im Ortsgemeinderat einhellig die Meinung vor, dass das Gebäude insbesondere auch wegen des einzigen noch verbliebenen Backofens für die Dorfgemeinschaft erhalten bleiben sollte.

In diesem Zusammenhang hatte das Büchereiteam angefragt, ob nicht die örtliche Bücherei, die  in Räumen unter der Kirche sehr beengt untergebracht war, mit in die Nutzung dieses Gebäudes einbezogen werden könnte. Des Weiteren waren seit den interessanten Ausstellungen rund um die Dorfgeschichte Gevenichs anlässlich der 950-Jahrfeier immer wieder Stimmen laut geworden, die seinerzeit zusammengetragenen Dokumente, Fotografien und Exponate auch in einer Dauerausstellung zu präsentieren. So wurde auf der Grundlage einer entsprechenden Konzeption ein Förderantrag auf Mitteln der Dorferneuerung gestellt und nach Erhalt des Bewilligungsbescheides das Gebäude den Plänen entsprechend umgebaut.

Anbringen der Beschriftung durch Günther und Bernhard Aale Baakes in neuem Gewand Hermann bei der Innenausmalung


Der Umbau und die Renovierung dieses Gebäudes schloss mit Gesamtkosten von ca. 46.200,- € ab und lag somit durch erbrachte Eigenleistung unter  den veranschlagten Kosten von 53.000,- €, zu denen das Land Rheinland-Pfalz einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 15.800,- € aus Mitteln der Dorferneuerung gewährt hatte. 

Innenausbau 2Durch die gemeinsame Nutzung des Gebäudes durch die Kirchengemeinde und die Ortsgemeinde ist gewährleistet, dass während der offiziellen Öffnungszeiten der Bücherei auch die Ausstellung zur Dorfgeschichte Gevenichs immer freitags und sonntags zugänglich ist. Darüber hinaus ist  diese Ausstellung natürlich auch nach Absprache interessierten Besuchergruppen zugänglich. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist sicherlich eine Bereicherung für den Ort. Dies gilt sowohl für die Bücherei, die insbesondere unsere Kinder und Jugendlichen anspricht, als auch für die Ausstellung zur Dorfgeschichte Gevenichs, die nicht nur für die hier wohnenden Gevenicher, sondern auch für ehemalige Gevenicher, Verwandte, Freunde und Urlauber in unserem Ort  interessant sein dürfte.

Die Ausstellung wird ihr Gesicht auch ständig verändern und unter unterschiedlichen Themen immer wieder neue Anreize für einen Besuch bieten.

Kirche mit geschlossenem DachSeit dem 3. September 2017 beherbergt das Haus ein sehenswerters Modell der ehemaligen Gevenicher Pfarrkirche im Maßstab 1:25. 1964 musste das Original  einem Neubau weichen. Nur der Turm blieb erhalten. Das seit Jahren von Hermann Eberhard geplante Modell konnte nach umfangreichen Recherchen durch ihn und mit Unterstützung von Bernhard Allar, in den Jahren 2016/2017 realisiert werden. Es wurde in allen noch in Erfahrung zu bringenden Einzelheiten außen und innen weitgehend originalgetreu hergerichtet. Durch eine aufwendige Hebetechnik kann das Dach angehoben und so der Blick in die minutiös nachgebaute Inneneinrichtung der früheren Kirche freigegeben werden.
Kirche mit geöffnetem DachBlick in den Innenraum



Neben den dauernd ausgestellten Fotos aus der Gevenicher Historie finden Sie an  Präsentationswänden und in Glasvitrinen interessante Beiträge über das Leben im Dorf aus der Vergangenheit und der Gegenwart

Ihrem Besuch im "Haus der Dorfgeschichte" steht also nichts im Wege. Kommen Sie einfach zu den üblichen Öffnungszeiten der Bücherei (Freitag 15:30 - 17:00 Uhr, Sonntag 10:45 - 12:15 Uhr) oder vereinbaren Sie  einen Termin. Wenden Sie sich hierfür an Ortsbürgermeister Walter Brauns (Tel. 02678/953264) oder Hermann Eberhard (Tel. 02678/335).

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