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Spurensuche

Spurensuche ist ein Angebot an alle, die sich für die Vergangenheit von Gevenich interessieren, die wissen möchten, wie unsere Vorfahren vor Generationen, vor Jahrhunderten gelebt haben, wie sich das Leben und der Ort veränderten. Vielen Dank an Walter Schleuss für diese Beiträge.

"Mein Heim - Mein Glück"

Zum Muttertag

Muttertag? Als nach amerikanischem Vorbild 1924 auch in Deutschland der Muttertag öffentlich eingeführt wurde, blieb diese von Anfang an kommerziell ausgerichtete Initiative des Floristenverbandes hierzulande ohne Echo.

Es bedurfte keines bestimmten Tages, um das immer schon aufopferungsvolle und segensreiche Wirken der Bauersfrauen und Mütter zu würdigen.

Das Bild der Mutter, die sich selbst nicht schont, sondern selbstlos in ihrer Aufgabe aufgeht und für ihre Familie da ist, ist in unseren Dörfern fest verankert. Sie war der letze Halt in Not und Armut und der ruhende Pol in stürmischer Zeit. Bei der Mutter sein,das war “zu Hause sein”. Hier fand jeder Verständnis und Geborgenheit, “Jehechnis”, wie man unübersetzbar in Gevenich sagte. Bei der Mutter war man angenommen und fühlte sich wohl. Die Mutter war/ist unersetzbar. Sie war/ ist die Seele des Hauses und der Familie. Niemand hätte jemals gewagt die Hand gegen seine Mutter zu erheben oder auch nur ein böses Wort anzudeuten, und so gehörte das Gedicht von Friedrich Wilhelm Kaulisch (1827-81) selbstverständlich zum Unterricht in der Volksschule.

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Der Mai ist gekommen

Ein kurzer Rückblick

Umzug  Mitte der 50er Jahre. Im Hintergrund zwischen dem alten Häre Hous und Arenze ist der Maibaum zu erkennen.

Die Blüte der Schlehdornhecken im Mai und das junge Birken- und Buchengrün galten bei uns schon immer als Zeichen der Hoffnung und des Aufbruchs. Als “Maibäume oder Maien” wurde das Grün  in den Dörfern aufgestellt und sollte für den Ort wie die Menschen Segen, Wachsen und Gedeihen bringen. Ihr hoffnungsvolles Grün versprach allen Reife und reiche Ernte. Diese enge Verbundenheit mit der Natur liegt allem Maibrauchtum zugrunde, und die Jahrhunderte alten Flur- und Bittgänge unserer katholisch geprägten Region gaben ihr eine besondere Weihe.

Zahlreiche Bräuche, die wie das Mailehen im 19. Jahrhundert auch noch in Gevenich bekannt waren, sind verschüttet gegangen oder nur noch spurenhaft auszumachen, so  das Hexentreiben in der Walpurgisnacht, in der jugendlicher Übermut zum Schrecken vieler ordnungsliebender Mitbürger schon manches auf den Kopf stellte. Leider wurde der Brauch, der ursprünglich die letzten Schadgeister durch Gepolter vertreiben sollte, zunehmend missverstanden und artete nicht selten in groben Unfug aus. So war auch  der Brauch, “Peedche” (ursprünglich mit Kaaf oder Häcksel, später mit Kalk) zu streuen, ursprünglich gedacht,  Treulose zu brandmarken; später diente er nur noch dazu, heimliche Liebschaften aufzudecken.

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Der Bauernkalender

Ein treuer Begleiter für den Alltag auf dem Dorf

Vor 100 Jahren gab es noch keine amtlich beglaubigten Wettervorhersagen, kein Radio informierte über die Neuigkeiten aus der nahen, geschweige denn weiten Welt, und eine Tageszeitung leistete sich bestenfalls Pfarrer Ley.

In einer Zeit, in der es um das Auskommen für den nächsten Tag ging, interessierten sich die Bauern weniger für Neuigkeiten aus der Weite. Sie wollten wissen, wann Neumond war und ob der Erntemonat wieder einmal verregnet sein werde. Die Prognosen des “Hundertjährigen Kalenders” ersetzten/ ergänzten die eigenen Naturbeobachtungen und die persönlichen Deutungen an den Laustertagen.

Das alles fand sich auch nicht in frommen Hauspostillen, die es in einigen begüterten Häusern gab und die fromme und rührselige Geschichten zur sonntäglichen Erbauung anboten.

Was die einfachen Leute interessierte, stand in den allgemein verbreiteten Bauernkalendern, die meist kleinformatig und handlich an einer Kordel in der rauchgeschwärzten Küche oder der Stube hingen und neben lehrreichen Informationen über das tägliche Leben und Ratschlägen für Garten und Landwirtschaft nicht mit Hinweisen auf die Gesundheit sparten.

Deutlich sind die Spuren des täglichen Gebrauchs des Kalenders, der allzeit griffbereit an einem Nagel aufgehängt war.

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