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Flurbereinigung
19.12.2013
Flurbereinigungsbeschluss
18.07.2013
Präsentation
Informationsveranstaltung
vom 28.06.2013
15.05.2013
Karte Flurbereinigung
Ortsbereich Gevenich
Panorama
Aus der Geschichte Gevenichs
Anfänge
Interessant ist allerdings die Lage unweit einer schon in der Römerzeit benutzten Verbindung von der Mosel zur Heerstraße, die Trier mit dem Rhein verband. Das nahegelegene Wiesengelände "in der Bredt" lässt sich sprachlich auf ein moselromanisches "preit" zurück verfolgen, das seinerseits wieder auf das klassisch lateinische pratum = Wiese zurück geht. Scherbenfunde der sog. Pingsdorfer Ware weisen auf die Zeit um die Jahrtausendwende, aus der wir auch den für die Ortsgeschichte entscheidenden ersten urkundlichen Nachweis von "Cheuenich" haben. Dass es sich bei dieser Urkunde Kaiser Heinrichs III aus dem Jahre 1051, in der er Schenkungen der Polenkönigin Richeza an das Kloster Brauweiler bestätigt, wahrscheinlich um eine Fälschung handelt, ist als Hinweis für die Existenz der Siedlung Gevenich ein eher unwesentliches Detail. In jedem Fall ist diese Schenkungsbestätigung als Geburtsurkunde für Gevenich entscheidend.1)
Hochgericht
Ein Zufall? Die beiden Ding- oder Gerichtstage des Hochgerichts Lutzerath waren auf die Dienstage nach Dreikönig bzw. nach Ostern anberaumt, und Gevenich hatte für die Abhaltung des Gedinges und kurfürstlichen Schutz und Fürsorge ein Malter und l bis 2 Simmer Rauchhafer sowie 6 Wagen Holz zu je 18 Albus zu entrichten.3) Nur wenige Einzelheiten erfahren wir aus einem späteren Rechtsstreit zwischen Lutzerath und Cochem. Als das Stadtgericht Cochem 1794 die Gerichtsbarkeit über Bertrich, Beuren, Gevenich, Kennfus, Kliding, Schmitt, Urschmitt und Weiler für sich einforderte, wurde dieser Anspruch vom Hochgericht Lutzerath, das auf ältere Rechte verweisen konnte, mit dem Vermerk zurück gewiesen, die Bewohner hätten sich erst nach 1690 nach Cochem gewandt, "um dort ihre Akten anfertigen zu lassen," Das Jahr 1690 erinnert dabei an die schlimme Zeit des Pfälzischen Erbfolgekrieges, als die Soldaten des Sonnenkönigs Ludwig XIV. nicht nur die befestigten Burgen landesweit in Schutt und Asche legten, sondern von Mont Royal aus auch die Dörfer der Vordereifel marodierend durchzogen und die wenigen Häuser in Gevenich wie in den umliegenden Orten nicht verschonten. Im Rechtsstreit zwischen beiden Gerichten setzte Kurtrier als zuständige Oberinstanz eine Kommission ein, die diese Auseinandersetzung zugunsten des Hochgerichts Lutzerath entschied.
Kirchengeschichte
Lutzerath wurde Kantonspfarrei, Gevenich 1805 endgültig von der Mutterpfarrei Alflen getrennt. Weiler wurde Unterpfarrei, sog. Sukkursalpfarrei von Lutzerath, und Gevenich wurde Weiler angegliedert. Folgerichtig wurde der aus Masburg stammende Pfarrer Paul Tholl 1805 nach Weiler berufen. Die Gemeinde Gevenich, die ihre jahrhundertealten Bemühungen um größtmögliche Selbstständigkeit ernsthaft gefährdet sah, reagierte schnell und baute 1809 ein Pfarrhaus, das mit 8 Zimmern für die Zeit großzügig bemessen war. Als Folge dieser überraschenden Aktion wurde 1812 Gevenich statt Weiler zur Pfarrei erhoben, auch wenn Pfarrer Tholl über diese Entscheidung nicht besonders glücklich war. Die von der französischen Besatzung angewiesene Zuordnung zum Bistum Aachen wurde 1824 von der preußischen Regierung wieder rückgängig gemacht und unser Gebiet nach Wiederherstellung des Bistums durch die Bulle "De salute animarum" von 1821 wieder Trier angegliedert. Als im Rahmen der Säkularisierung auch in Gevenich 1806 geistlicher Besitz verstaatlicht wurde, verlor vor allem das Domkapitel, dem in Gevenich etwa 7% der Gemarkung gehörten, alle Rechte. Der ehemals geistliche Besitz, 9 ha Ackerland und knapp 3 ha Wiesen, wurde am 30.8.1810 für 7175 Francs (=1913 Taler) versteigert. Nur die Flurbezeichnung "Herreswiesje" erinnert noch an die Domherren von Trier. 1827 kam Gevenich zum neuen Dekanat Cochem, wurde später dem Dekanat Kaisersesch angegliedert und war von Dezember 1945 bis 1971 Teil des Dekanats Lutzerath, dem Pfarrer Robert Caspers von 1952 bis zur Gründung des Pfarrverbandes Martental 1971 als Dekan vorstand.
Benutzte Literatur:
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Alfler Dorfgeschichte(n), Daun 1991
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Dr. De Lorenzi, Philipp, Beiträge zur Geschichte sämtlicher Pfarreien in der Diözese Trier, Bd. II, Trier 1887
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Friederichs, Alfons, Die Urkunde wurde gefälscht. Aus der Geschichte Gevenichs im Kreis Cochem-Zell, in: Heimat zwischen Hunsrück und Eifel, Nov. 1977
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Gattow, Walter, Gevenich zwischen gestern und morgen, Jahrbuch des Kreises Cochem-Zell 1996, S. 195-197.
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Günther, Wilhelm, Codex Diplomaticus Rheno-Mosellanus, Koblenz 1822, Bd. U, Bd .IV
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Dr. Krämer, Christel, Das Hochgericht Lutzerath-Driesch, in: Jahrbuch des Kreises Cochem-Zell 1996, S. 198-200.
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Dr. Laufner, Richard, Wie entstand der Trierer Kurstaat? In: Jahrbuch des Kreises Cochem-Zell 1989, S. 43-53.
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Layendecker, Klaus, Aus der Geschichte Gevenichs, Jahrbuch des Kreises Cochem-Zell 1988,8.184-187
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Schmilz, H, Richeza, verschenkt Orte und Güter, in: Heimat zwischen Hunsrück und Eifel 1960, Nr. 3, S.6
-
Schulchronik Gevenich
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900 Jahre Chronik Lutzerath mit Driesch, Horb 1997
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Von den Driesch, Handbuch der Ofen-, Kamin- und Takenplatten im Rheinland, Köln 1990
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Wackenroder, Ernst, die Kunstdenkmäler des Landkreises Cochem, I+II, 1959
Unser Wappen
Auf Initiative des Schützenvereins Gevenich genehmigte die Bezirksregierung Koblenz mit Zustimmung des Landeshauptarchivs am 06.11.1979 das Wappen der Gemeinde Gevenich.
Es ist wie folgt beschrieben:
In Schwarz ein schrägrechter Abtstab, begleitet oben von drei goldenen Ähren, unten von einem goldenen Hirschkopf mit Kreuz.
Die Begründung lautet:
Der Abtstab weist auf den früheren Besitz der Abtei Brauweiler bei Köln hin, die ab dem Jahre 1051 in Gevenich begütert war, durch die Schenkung der Polenkönigin Richeza, einer Enkelin Kaiser Otto II., die einige Jahre im benachbarten Klotten gelebt haben soll. Die drei Ähren deuten auf den früheren Rodungsort in römischer Zeit sowie die heutige Landwirtschaft hin. Der Hirschkopf mit dem Kreuz ist das Attribut des Hl. Hubertus, dem Kirchenpatron der Pfarrkirche von 1716 bis heute, dem ein eigener Altar in der Kirche gewidmet ist.
Alfons Friedrichs, Wappenbuch des Kreises Cochem-Zell, Darmstadt 2001
Historie
Hier wird die Historie von Gevenich tabellarisch dargestellt.
| 1051 bis 1716 | |
|---|---|
| 1051 |
Erste urkundliche Nennung des Ortes "Chevenich". Bestätigung von Gütern der Abtei Brauweiler in Gevenich. |
| 1056 | Nennung des Ortes in einer weiteren Urkunde. |
| 13./14 Jahrhundert |
Gevenich ist Filiale der Pfarrei Alflen. Das Zehntrecht über den Kirchenbezirk Alflen gehörte den Herrn des Kapitels in Karden. Diese wiederum hatten das Zehnrecht als Lehen an die Herren von Winnenburg weiterverlehnt. |
| 11.05.1239 |
Erzbischof Theoderich von Wied gestattet dem Pfarrer von Alflen alle 14 Tage in Gevenich einen Gottesdienst zu halten. Die Kapelle ist dem hl. Remigius geweiht. An Allerheiligen und an Pfingsten hatten die Gläubigen aus Gevenich am Gottesdienst in Alflen teilzunehmen. |
|
1335 1429 1476 |
Weitere Güter in Gevenich gelangen an den Erzbischof von Trier. |
| 05.12.1544 | Erzbischof Johann IV von Trier bestätigt den 14-tägigen Gottesdienst in Gevenich. |
| 1569 |
Erzbischof Jakob III von Trier stimmt dieser Regelung anlässlich einer Visitation erneut zu. Zu diesem Zeitpunkt erscheinen je zu 1/3 die Herrn von Winnenburg, das Stift Karden und die Präbendaten von Bischofstein als Herren. |
| 1593 | Die Gemeinde Gevenich hat einen Vikar, der sonntags die Messe hält und predigt. |
| Um 1600 | Die alte Kapelle wird durch einen größeren Saalbau ersetzt. |
| 1605 | Gevenich wird als Pfarrei genannt. |
| 1615 | Altar zur Ehre der Allerheiligsten Dreifaltigkeit etwa aus der gleichen Zeit Altar zur Ehre des hl. Hubertus. |
| 1623 | Gevenich hat ca. 100 Einwohner. |
| um 1650 | Anbau eines Turmes an die Kirche. |
| 1656 | Gevenich erscheint wieder als Filiale von Alflen. |
| 1685 | Das Stift Karden verfügt über 2/3, die Herrn von Winnenburg über 1/3 des Zehntrechts. |
| 1696 | Es wird berichtet, dass der Altaristen von St. Jakobi zu Cochem, Matthias Nöhrig, für das Feiern einer Messe an den Sonn- und Feiertagen und die Erteilung der christlichen Lehre als Vergütung 22 Taler Bargeld sowie 3 Malter Korn und 3 Malter Hafer erhält. Dies entsprach in Bargeld einem Betrag von 28 Reichstalern und 18 Albus. |
| 1698 | Gevenich hat ca. 60 Einwohner. |
| 1702 | Schulmeister in Gevenich Herr Lambert |
| 1707 | Schulmeister in Gevenich Herr Johann Phillip Ellen |
| 1712 | Schulmeister in Gevenich Herr Servatius Linden |
| 1716 | Neubau des Kirchenschiffes |
| 1720 bis 1875 | |
|---|---|
| um 1720 |
Die Gemarkung Gevenich wird wie folgt angegeben: Ackerland = 72.620 Ruten (454 Morgen) Wiesen = 19.360 Ruten (121) Morgen) |
| vor 1720 | Peter Hecken - Vikar zu Gevenich - |
| 1728 |
Die Vergütung für den Vikardienst beträgt 15 Taler bares Geld und je 3 Malter Korn und Hafer. Der Wert der Fruchtlieferung ist jedoch in Geld aufgerechnet. Das entspricht 28 Reichstaler und 18 Albus. |
| 1733 | Gevenich hat ca. 120 Einwohner. |
| 1740 | Franz Bemmelmann - Vikar zu Gevenich - |
| 1750 | Verlängerung des Kirchenschiffes. Schutzpatron wird der heilige Hubertus. |
| 1753 | Gevenich hat ca. 160 Einwohner. |
| 1757 | Schulmeister in Gevenich Jacob Pleckhausen (? 04.05.1757) |
| 07.03.1769 | Der Turm brennt zur Hälfte ab. Außerdem wird der Ort fast vollständig ein Raub der Flammen (Entzündung der strohgedeckten Häuser durch Funkenflug). Verlusst aller Glocken. Sofortiger Neubau des Turms. |
| 21.11.1769 | Neuguss einer Glocke durch Christan Schmitt aus Trier für 89 Taler und 19 Albus. |
| 1770 | Neuguss einer zweiten Glocke durch Matthias Miesen aus St. Sebastian. |
| 1784 | Wilhelm Schwenken - Vikar zu Gevenich - |
| 1805 | Errichtung der Pfarrei Weiler mit Filiale Gevenich Der erste Pfarrer der jungen Pfarrei ist Paul Tholl (1805 – 1834). |
| 1812 | Gevenich wird Pfarrei und Weiler Filiale von Gevenich. |
| 1815 | Paul Tholl bezieht das neue Pfarrhaus in Gevenich. Gevenich hat ca. 200 Einwohner. |
| 1847 - 1855 | 67 Gevenicher wandern nach Übersee aus. |
| 1875 | Erste Abfassung der Zeit und Ortsgeschichte (Tagebuch) vermutlich durch Lehrer Allar. |
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